Tour 2009, 1 - 5 Juli
| Strecke | Distanz (km) | Steigung (m) |
|---|---|---|
| Gières - Luitel - L'Alpe-d'Huez | 69 | 2480 |
| L'Alpe-d'Huez - Sarenne - Lautaret - Granon - Névache | 115 | 2870 |
| Névache - Susa - Mont-Cenis - Bonneval | 109 | 2400 |
| Bonneval - Iseran - Petit St-Bernard - Entrèves | 100 | 2390 |
| Entrèves - Grand St-Bernard - Martigny | 119 | 1880 |
| Total | 512 | 12020 |
Strecke 1 (1. Juli 2009): Gières - Luitel - L'Alpe-d'Huez
Früh morgens habe ich einen Zug von Zürich nach Genf, dann eine Verbindung nach
Grenoble genommen. Ich bin mit meinem Fahrrad in Gières, kurz vor Grenoble
ausgestiegen. Der erste Eindruck war nicht gut: zu warm, mehr als 30°. Ich war aber
am tiefsten Punkt meiner Tour und konnte deshalb hoffen, dies sei schon die höchste
Temperatur. Ich habe die Strasse genommen, die in einem Tal nach Uriage führt. Dort
habe ich die Spur meiner Tour 2006 gekreuzt, bin dann
links hinauf nach Luitel gefahren. Ich war froh, im Prémol Wald anzukommen, der mir
Schatten spendete. Bei Luitel verliess ich die Hauptstrasse hinauf nach Chamrousse,
fuhr dafür beim kleinen See vorbei und erreicht den
Luitel Pass. Die Abfahrt nach
Séchilienne war auf einer engen, unregelmässigen aber sehr verkehrsarmen Strasse.
Ich befürchtete, dass die Hauptstrasse nach Bourg-d'Oisans dann langweilig würde,
aber es traf nicht zu. Ich hatte erstens Rückenwind und zweitens Begleitung.
Zahlreiche Radfahrer fuhren ja in die selbe Richtung, bestimmt mit dem selben
Anstieg als Ziel wie ich...
Ich machte Halt in Bourg-d'Oisans um etwas zu trinken, dann nahm ich den Anstieg
zur Alpe-d'Huez in Angriff. Es waren wirklich viele Radfahrer, die da hochpedalten,
sicher einige davon als Vorbereitung für die Volksfahrt der 'Marmotte', die wenige
Tage später stattfinden würde. Ich habe nicht auf die Stoppuhr geschaut. Dafür
hatte ich zwei gute Gründe: erstens die Hitze und zweitens die Tatsache, dass es
der letzte Aufstieg des erstes Tags war, der erfahrungsgemäss nicht am einfachsten
ist. Und es wurde tatsächlich ziemlich hart. Nach einigen Pausen habe ich es aber
geschafft. Gegen das Ziel wurde es auch leichter, weil die Temperatur nicht mehr so
hoch war. Es gibt grosse Hotels auf der Alpe-d'Huez, aber ich wählte ein kleines.
| Distanz (km) | Höhe (m) | Steigung (m) | |
|---|---|---|---|
| Gières | 0 | 210 | |
| Uriage | 9 | 410 | 200 |
| Col Luitel | 20 | 1260 | 850 |
| Luitel | 21 | 1270 | 10 |
| Séchilienne | 31 | 360 | |
| Livet | 42 | 660 | 300 |
| Rochetaillée | 48 | 710 | 50 |
| Bourg-d'Oisans | 55 | 720 | 10 |
| La Tannerie | 57 | 730 | 10 |
| Huez | 65 | 1460 | 730 |
| Alpe-d'Huez | 69 | 1780 | 320 |
| Total | 69 | 2480 |
Strecke 2 (2. Juli 2009): L'Alpe-d'Huez - Sarenne - Lautaret - Granon - Névache
Noch vor de Frühstück habe ich mein Fahrrad genommen und bin zu
Col de Poutran gefahren, der oberhalb
von der Alpe-d'Huez liegt, und nur auf dieser Seite geteert ist, nicht auf der
Seite von Oz-d'Oisans. Eigentlich bin ich etwas höher als der Pass gefahren, um
eine bessere Sicht auf dieser Nordseite zu haben. Nachdem ich den Sonnenaufgang
auch gesehen hatte, bin ich rechtzeitig fürs Frühstück zum Hotel zurückgefahren.
Ich habe eine andere Strecke gewählt, um zurück ins Tal zu fahren, die kleine und
ruhige Strasse über den Sarenne Pass.
Die Landschaft war malerisch (die Skilifte ausgenommen) und ich war allein auf
diesem Weg. Was für ein Unterschied mit dem Vortag. Nach der Abfahrt habe ich die
Hauptstrasse beim Chambon Staudamm wiedergefunden, und sie Richtung Osten genommen.
Es gab unangenehme Abschnitte in Tunnels, aber sonst war der Aufstieg zum
Lautaret Pass problemlos. Ich war
schon während meiner Tour 2001 am Lautaret gefahren, aber
damals 'kostenlos' da in der Abfahrt vom höher gelegenen Galibier. Jetzt kann ich
wirklich behaupten, zum Lautaret hochgefahren zu sein. Nach einem Halt am Pass für
eine Limonade und etwas Brot bin ich hinuntergefahren, aber nicht ganz bis
Briançon. In Chantemerle bin ich kinks hinauf zum
Granon Pass gefahren. Es war ein
langer Aufstieg und die Sonne heizte diesen Südhang, aber ich fühlte mich besser
als am Vortag zur Alpe-d'Huez. Die Sicht auf das Écrins Masiv war wunderbar. Am
Pass legte ich eine Trinkpause ein, aber als ich weiter wollte hatte ich eine
Platte. Pech! Ich habe repariert und bin in den Abstieg zur anderen Seite los
gefahren. Ich hoffte, dass der Weg gut befahrbar wäre, aber nur das erste Teil war
mit einem guten Kies bedeckt. Weiter hinunter wurde es steil und steinig. Die
Abfahrt war sehr hart, aber ich musste mindestens keine weitere Platte verbuchen.
Glück! Selbstverständlich war ich sehr froh, als ich wieder eine geteerte Strasse
fand, die die mich sanft hinauf nach Névache führte, wo ich ein nettes kleines
Gasthaus fand.
| Distanz (km) | Höhe (m) | Steigung (m) | |
|---|---|---|---|
| Alpe d'Huez | 0 | 1780 | |
| Col de Poutran | 3 | 2000 | 220 |
| Alpe d'Huez | 6 | 1780 | |
| Cognet (Alpe d'Huez) | 8 | 1850 | 70 |
| Les Bergers (Alpe d'Huez) | 9 | 1800 | |
| Altiport | 10 | 1870 | 70 |
| Gorges de Sarenne | 14 | 1750 | |
| Col de Sarenne | 17 | 2000 | 250 |
| Le Chambon | 30 | 1040 | |
| Lac du Chambon | 33 | 1050 | 10 |
| Col du Lautaret | 49 | 2060 | 1010 |
| Le Monêtier-les-Bains | 68 | 1480 | |
| La Salle-des-Alpes | 75 | 1370 | |
| Le Villard-Laté | 78 | 1430 | 60 |
| Col de Granon | 89 | 2410 | 980 |
| La Cuala | 93 | 2310 | |
| Granon | 97 | 1950 | |
| La Draye (Val-des-Prés) | 98 | 1400 | |
| Sallé (Névache) | 115 | 1600 | 200 |
| Total | 115 | 2870 |
Strecke 3 (3. Juli 2009): Névache - Susa - Mont-Cenis - Bonneval
Am dritten Tag bin ich früh aufgestanden, weil ich um 8 Uhr abfahren wollte, und
zwar nicht mit leerem Magen. Das Ziel war, um 10 in Susa eine kleine Gruppe von
Radfahrern aus Italien zu Treffen. Ich fuhr zuerst hinauf zum
Col de l'Échelle, der nicht mehr
weit war. Nach diesem Pass ging es leicht hinunter und wieder hinauf, und da war
schon der zweite Pass. Er heisst Mauvais
Pas, hat aber doch nichts Böses, im Gegenteil: praktisch ohne Anstrengung ein
weiterer Pass auf der Liste. Nach einigen Haarnadel-Kurven erreichte ich die
italiensische Grenze, wo ich zum ersten Mal seit Jahren von Fahrten durch
Alpen-Ländern meine Identitäts-Karte zeigen musste. Ab Bardonecchia fuhr ich auf
der Hauptstrasse hinunter nach Susa, wo ich rechtzeitig an unserem Treffpunkt war.
Antonio war auch rechtzeitig: er war am Vortag in 11 Stunden mit dem Zug aus Lucca
bei Pisa angereist. Federico, dann Sergio und Vincenzo kamen etwas später. Es war
gegen 11 Uhr, als wir im Sattel Richtung Mont Cenis waren. Ab diesem Punkt würde
sich die Reiseroute kaum von meiner Tour 2001
unterscheiden. Es gab nur mehr Pausen, damit alle folgen konnten... und für Fotos.
Als wir bald bei den Haarnadel-Kurven unter dem Damm ankamen, der letzte Fahrer
unserer Gruppe, Tita, holte uns ein. Wir waren jetzt also sechs auf dem Weg zum
Pass vom Mont Cenis, wo wir Anfangs
Nachmittag eintrafen.
Nach der Abfahrt erreichten wir Lanslevillard, stiegen zum
Madeleine Pass hinauf, und fuhren
weiter nach Bonneval. Ein Hotel mit freien Zimmern war dort schnell gefunden. Das
Abendessen war dann endlich die Gelegenheit, meine Mitfahrer aus verschiedenen
Teilen Italiens und mit verschiedenen Altern besser kennenzulernen, und das auch
wenn meine Italienisch-Kenntnisse sehr begrenzt sind.
| Distanz (km) | Höhe (m) | Steigung (m) | |
|---|---|---|---|
| Sallé (Névache) | 0 | 1600 | |
| Roubion | 1 | 1620 | 20 |
| St-Hippolyte | 2 | 1580 | |
| Col de l'Échelle | 4 | 1760 | 180 |
| Douane | 5 | 1750 | |
| Mauvais Pas | 6 | 1780 | 30 |
| Bardonecchia | 16 | 1260 | |
| Salbertrand | 33 | 1030 | |
| Deveys | 36 | 1100 | 70 |
| Peirore (Exilles) | 42 | 770 | |
| Gravere | 48 | 760 | |
| Susa | 52 | 500 | |
| La Caisse | 75 | 2060 | 1560 |
| La Caisse | 76 | 2030 | |
| Fontainettes | 78 | 2100 | 70 |
| La Vachère | 81 | 2040 | |
| Col du Mont Cenis | 82 | 2080 | 40 |
| Lanslevillard | 92 | 1460 | |
| Col de la Madeleine | 96 | 1750 | 290 |
| l'Ile (Bessans) | 98 | 1670 | |
| Tralenta (Bonneval) | 109 | 1810 | 140 |
| Total | 109 | 2400 |
Strecke 4 (4. Juli 2009): Bonneval - Iseran - Petit St-Bernard - Entrèves
Sergio und Tita wollten am Nachmittag einen Zug ab Pré-St-Didier nehmen, deshalb
fuhren sie früher los zum Iseran. Die andere vier von uns hatten es weniger eilig.
Wir nahmen Zeit fürs Frühstück und starteten erst etwas später. Nach der Hälfte des
Aufstiegs liessen wir Antonio hinter uns und waren dann zu dritt: Federico, Vincenzo
und ich. Der Aufstieg zum Iseran
im Morgenlicht war wunderschön. Wir waren nicht besonders schnell aber doch zu
schnell: am Pass was die Beiz noch nicht offen. Wir machten trotzdem Halt, um
einige Fotos zu nehmen, und einfach um diesen hohen Pass und die Aussicht zu
geniessen.
Wir konnten dann die Abfahrt nach Val-d'Isère auch geniessen, etwas zu essen kaufen
und weiter nach Ste-Foy hinunterfahren. Dort nahmen wir die kleine Strasse hinauf
nach Montvalezan. Wir machten eine Pause und meine Mitfahrer assen das, was sie in
Val-d'Isère gekauft hatten (ich hatte weniger genommen, hatte alles schon gegessen
und war nicht mehr hungrig). Nach dieser Pause ging es weiter zum
Petit St-Bernard. Nachdem wir die
Hauptstrasse aus Bourg-St-Maurice erreicht hatten, war es nicht mehr so steil, aber
doch noch lang. Dicke Wolken sammelten sich um die Berge, und wir waren nicht
schnell genug, um etwas Regen auf der Passhöhe zu meiden. Wir konnten uns schützen,
und nach fünf Minuten nahm der Regen ab, so dass wir weiter konnten. Vor La Thuile
erlitten wir aber ein schweres Gewitter mit sogar etwas Hagel. Wir konnten uns
nochmals schützen, aber nicht ohne nasse Füsse und kalte Beine. Glücklicherweise
dauerte der Niederschlag nicht lang, so dass wir La Thuile bald Richtung
Pré-St-Didier verlassen konnten. Die letzten Haarnadel-Kurven dorthin waren sogar
trocken.
Unser Tagesziel war nicht mehr weit und es blieb nur noch der leichte Aufstieg nach
Entrèves. Als wir diese Ortschaft erreichten, hatten wir kein Problem, ein feines
aber günstiges Hotel am Fuss vom Mont Blanc zu finden. Wir mussten noch etwas
warten, bis Antonio auch eintraf. Er hatte einen langen Tag unterwegs gehabt, aber
er sah gar nicht so müde aus. Später war auch Sergio da, zurück aus Susa, wo er das
Auto geholt hatte. Das Abendessen konnten wir dann zusammen in einem Restaurant
dieses hübschen Dorfes Entrèves nehmen.
| Distanz (km) | Höhe (m) | Steigung (m) | |
|---|---|---|---|
| Tralenta (Bonneval) | 0 | 1810 | |
| Col de l'Iseran | 13 | 2760 | 950 |
| Val d'Isère | 29 | 1830 | |
| La Daille | 31 | 1790 | |
| Tunnel du Chevril | 36 | 1820 | 30 |
| Ste-Foy | 49 | 1060 | |
| Hauteville | 56 | 1560 | 500 |
| La Rosière | 62 | 1840 | 280 |
| Col du Petit St-Bernard | 70 | 2190 | 350 |
| La Thuile | 83 | 1470 | |
| Pré-St-Didier | 93 | 1020 | |
| Entrèves | 100 | 1300 | 280 |
| Total | 100 | 2390 |
Strecke 5 (5. Juli 2009): Entrèves - Grand St-Bernard - Martigny
Der fünfte Tag war ein Sonntag. Nach dem Frühstück verabschiedete ich mich von von meinen italienischen Weggefährten und fuhr hinunter nach Aosta, während sie ins Val Veny aufsteigen wollten. Für mich war dieser letzter Tag im Sattel sehr ähnlich wie das Ende meiner Tour 2001: über den Grand St-Bernard, dann hinunter nach Martigny, um einen Zug zu nehmen. Der Hauptunterschied lag darin, dass es eine lange Baustelle auf der italienischen Seite gab. Weiter oben waren die Bauarbeiten aber fertig, und die Strasse war neu. Dunkle Wolken liessen mich ein weiteres Gewitter befürchten. Glücklicherweise regnete es während meiner Fahrt nicht, ausser vielleicht in der Abfahrt, als Windböen Beregnungswasser auf die Strasse statt auf die Felder sprühte. Das Entremont Tal ist ja oft windig und ich musste es wieder feststellen: ich musste hart treten, dort wo die Strasse leicht hinunterging. Schliesslich erreichte ich Martigny gegen 3 Uhr. Im Zug nach Lausanne gab es eine ganzen Wagen allein für mein Fahrrad. Aber von Lausanne nach Zürich waren nur 5 Hacken für mehr als 20 Fahrräder...
| Distanz (km) | Höhe (m) | Steigung (m) | |
|---|---|---|---|
| Entrèves | 0 | 1300 | |
| Pré-St-Didier | 8 | 1020 | |
| Morgex | 13 | 920 | |
| Aosta | 40 | 590 | |
| Etroubles | 56 | 1260 | 670 |
| Col du Grand St-Bernard | 74 | 2470 | 1210 |
| Bourg-St-Bernard | 80 | 1930 | |
| Bourg-St-Pierre | 86 | 1650 | |
| Orsières | 99 | 910 | |
| Martigny | 119 | 470 | |
| Total | 119 | 1880 |
PS / 11.7.2009




