Tour 2012, 22 - 27 Juni
| Strecke | Distanz (km) | Steigung (m) |
|---|---|---|
| Chambéry - St-Pierre-d'Entremont - Grenoble - Vizille | 87 | 2030 |
| Vizille - La Mure - Mens - Le Noyer - St-Bonnet-en-Champsaur | 135 | 2820 |
| St-Bonnet-en-Champsaur - Chorges - Espinasses - Barcelonnette | 104 | 2060 |
| Barcelonnette - Allos - Cayolle - Barcelonnette | 122 | 3290 |
| Barcelonnette - Parpaillon - Pontis - Barcelonnette | 115 | 2540 |
| Barcelonnette - Bonette - Isola - Lombarde - Cuneo | 153 | 3210 |
| Total | 716 | 15950 |
Strecke 1 (22. Juni 2012): Chambéry - St-Pierre-d'Entremont - Grenoble - Vizille
Grosse Überraschung am Anfang dieser Tour! Ich wollte mit dem Zug nach
Grenoble und hatte auf der Web-Seite der SBB eine gute Verbindung über Genf
gefunden, alles in Zügen, wo man das Fahrrad mitnehmen kann. Am Bahnhof in
Zürich konnten sie mir aber kein entsprechendes Billet ausstellen, da der letzte
Zug sei... ein Bus. In Genf hatte ich Zeit, nochmals zu fragen, und so erfuhr
ich, es sei den ganzen Sommer so wegen Bauarbeiten. Gut, aber dann warum nicht
den elektronischen Fahrplan anpassen? Keine Antwort. Also: die Zugsreise endete
in Chambéry.
In einem kurzen Blick auf die Karte habe ich eine interessante Strasse von
Chambéry nach Grenoble über die Chartreuse Gruppe gefunden. Ich habe also meine
Pläne umgestellt und bin zuerst in Richtung Granier gefahren. Ich kannte diesen
Aufstieg seit meiner Tour 2004, aber diesmal konnte
ich besser davon profitieren. Der Himmel war blau, aber die Luft war noch
frisch, ideal zum Fahren. Als Abwechslung bin ich dieses Mal nicht einfach
durch das Fosse Tunnel gefahren, sondern ich bin bis zum echten
Pas de la Fosse gefahren, das
nur 30 Höhenmeter weiter, am Ende eines Kieswegs liegt. Nach diesem Pass und dann
dem Granier bin ich geradeaus
nach St-Pierre-d'Entremont hinuntergefahren. Es folgte der Aufstieg zum
Cucheron Pass. Unterwegs gab
es nur ganz wenig Verkehr und die Fahrt war sehr schön. Weil Franzosen nicht
immer viel Fantasie haben, hiess die Ortschaft nach der nächsten Abfahrt
wieder St-Pierre, diesmal aber -de-Chartreuse. Immer noch in der selben groben
Richtung bin ich weiter zum Col de
Porte gefahren, der höchste Punkt des Tages. In der Abfahrt bin ich noch
über drei weitere Pässe gefahren, ohne je wieder steigen zu müssen, zuerst
Col de Palaquit, dann
Col de Vence, und schliesslich
Col de Clémencières.
Am Fuss der Abfahrt gab es aber eine markante Änderung der Landschaft, nicht nur
dass es zum ersten Mal des Tages flach wurde, sondern weil es gab jetzt eine
grosse Stadt, Grenoble. Durch die ganze Stadt waren Radwege leicht zu finden,
aber nicht so einfach zu fahren. Es gab viele Baustellen, und dann waren die
Radwege nicht so gut geteert. Aber ich brauchte nicht lang, um die Stadt in
Nord-Süd Richtung durchzuqueren. Ich erreichte Vizille etwa um 17:30. Ich
entschied mich dafür, dort zu halten, und nicht schon jetzt den langen
Aufstieg nach Laffrey in Angriff zu nehmen. Sieben Pässe in einem improvisierten
Nachmittags-Tour: warum sollte ich mich über falsche Zugsfahrpläne beklagen?
| Distanz (km) | Höhe (m) | Steigung (m) | |
|---|---|---|---|
| Chambéry | 0 | 270 | |
| Pas de la Fosse | 12 | 870 | 600 |
| Tunnel de la Fosse | 13 | 820 | |
| Granier | 18 | 1130 | 310 |
| St-Pierre-d'Entremont | 27 | 630 | |
| Le Cucheron | 36 | 1140 | 510 |
| Le Diat | 40 | 790 | |
| Col de Porte | 48 | 1330 | 540 |
| Col de Palaquit | 51 | 1150 | |
| Col de Vence | 57 | 780 | |
| Clémencières | 61 | 620 | |
| St-Martin-le-Vinoux | 67 | 210 | |
| Vizille | 87 | 280 | 70 |
| Total | 87 | 2030 |
Strecke 2 (23. Juni 2012): Vizille - La Mure - Mens - Le Noyer - St-Bonnet-en-Champsaur
Die Strecke dieses zweiten Tages war vom Anfang an anspruchsvoll: ich musste nach Laffrey über die Nationalstrasse hinauf, ein Teil der Route Napoléon. Weil es Samstag war, hatte es um diese Zeit glücklicherweise noch nicht soviel Verkehr. In Laffrey hatte ich dann einen guten Grund, die Nationalstrasse zu verlassen, weil ich so zwei kleine Pässe finden konnte, Pas des Blanches and Col de la Festinière. Ich kam wieder auf die Hauptstrasse, als ich das hübsche Städtchen von La Mure erreichte. Dort wählte ich aber wieder eine kleine Strasse, die nach Ponsonnas hinunter fuhr. Nach diesem Dorf wurde die Strasse so eng und löchrig, dass ich mich fragte, ob ich so irgendwo ankommen würde, oder ob ich zurück nach La Mure müsste. Meine Karte war aber glücklicherweise richtig, und die Strasse mündete in eine grössere, die zu einer Brücke über den Fluss Drac führte. Auf der anderen Seite wollte ich zu den Trièves Hügeln hoch, um dort einige Pässe zu finden. Ich musste aber die vorgesehene Reihenfolge ändern, weil eine der Strasse gesperrt war. Es ging also wie folgt: Col de Laye, Col de Masserange, Col Accarias, Col de Cornillon and Col du Thaud. Nach dem Aufstieg zum Pass waren die weitere gar keine Schwierigkeit mehr. Diese Serie endete mit einer Abfahrt nach Mens, wo ich an einem Bar für eine Mini-Pizza und ein Getränk Halt machte. Der nächste Pass war aber auch nicht weit, Col St-Sébastien. Der brachte mich zu einer Art Hochplateau über den Drac. Zuflüsse zum Drac schnitten aber das Plateau, was Umwege mit Höhenunterschieden verlangte. Später fuhr ich ins Tal von einem dieser Zuflüsse, die Souloise. Es ging nach St-Disdier, dann weiter hinauf zum Festre Pass. Ich wollte diesen Pass nicht überqueren, aber es gefällt mir auch nicht, nur hin und zurück zu fahren. Ich probierte deshalb eine Schlaufe zu machen, indem ich zuerst nach Lachaup hinauf fuhr. Nach diesem Weiler war die Strasse aber nicht mehr geteert und es gab ein Paar Kilometer auf Kiesweg. Als ich am Festre ankam, kaufte ich ein Getränk, und dann ging es wieder nach Norden, aber diesmal auf der normalen Strasse. Bei der nächsten Abzweigung bog ich nach Rechts ab, über den Rioupes Pass und hinunter wieder zum Tal der Souloise. Die Strasse hing über eine tiefe Schlucht, bevor sie St-Étienne erreichte. Ich fühlte noch genug Kraft, um noch einen letzten Pass anzuhängen, den Col du Noyer. Der Aufstieg von dieser Seite war nicht wirklich schwierig, obwohl es von der anderen Seiten steiler und länger wäre. Wie währen dem ganzen Tag wechselte die Landschaft ständig, mit Bergen verschiedener Formen und Farben, mit abwechselnden Kulturen, mit Wäldern und bunten Wiesen. Im herrschenden schönen Wetter war es so schön, dass ich immer wieder anhalten musste, um zu photographieren. Nach der Abfahrt vom Noyer Pass blieb nur noch die Herausforderung, einen Ort zum Übernachten zu finden. Eine Herausforderung war es tatsächlich, aber ich meisterte sie auch, und zwar in St-Bonnet.
| Distanz (km) | Höhe (m) | Steigung (m) | |
|---|---|---|---|
| Vizille | 0 | 280 | |
| Pas des Blanches | 9 | 1010 | 730 |
| Aveillans | 18 | 920 | |
| La Festinière | 19 | 960 | 40 |
| Pont de Ponsonnas | 31 | 600 | |
| Col de Masserange | 40 | 930 | 330 |
| St-Jean-d'Hérans | 44 | 810 | |
| Col Accarias | 46 | 890 | 80 |
| Combe d'Andrieux | 49 | 850 | |
| Col de Cornillon | 50 | 890 | 40 |
| Aubépin (Cornillon) | 52 | 840 | |
| Le Thaud | 53 | 880 | 40 |
| Moulin Jalay (Mens) | 56 | 730 | |
| Col St-Sébastien | 61 | 980 | 250 |
| Cordéac | 66 | 890 | |
| Les Achards | 70 | 950 | 60 |
| Moulin des Achards | 71 | 870 | |
| Les Veyres | 81 | 1000 | 130 |
| Pont de la Baume | 83 | 910 | |
| Col du Festre | 99 | 1440 | 530 |
| Les Combettes | 102 | 1320 | |
| Col de Rioupes | 104 | 1430 | 110 |
| Pont de Giers | 108 | 1240 | |
| Col du Noyer | 118 | 1660 | 420 |
| Les Baraques | 131 | 970 | |
| St-Bonnet-en-Champsaur | 135 | 1030 | 60 |
| Total | 135 | 2820 |
Strecke 3 (24. Juni 2012): St-Bonnet-en-Champsaur - Chorges - Espinasses - Barcelonnette
Dritter Tag mit schönem Wetter für diese Tour. Und dritter Tag mit günstigem leichtem Nordwest Wind. Die Vorhersagen genau zu studieren, das kann helfen! Ich nahm zuerst die Hauptstrasse Richtung Süden über den Col Bayard. An diesem Sonntag morgen war noch nicht viel Verkehr, und der Aufstieg war leicht. In der Abfahrt nach Gap nahm ich die Abzeigung links zum Manse Pass. Diese Strasse hatte einen guten Fahrrad-Streifen bis zum Pass hinauf. Von dort gab es aber keine richtige Abfahrt, als die Strasse dem Tal entlang zum Dorf Ancelle führte. Dann gab es wieder einen Pass über denselben Bergkamm wie beide vorige. Der Col de Moissière war nur etwas höher, aber der Aufstieg war weder lang noch schwer. Auf der Südseite war es aber länger, steiler und enger. Ich nahm dann kleine Strassen nach Chorges. Nach dieser Stadt habe ich Strassen genommen, die um den See von Serre-Ponçon führen. Zuerst war es ein wenig frustrierend, weil man durch die Vegetation kaum einen Blick auf den See hatte. Die Strasse fuhr bergauf um einen Hügel, also über einen Pass, Lebraut. Von da an gab es schöne Aussichtspunkte über den See, weiter auch über den Damm. Leider kann man das Tal nicht über diesem Damm überqueren, und ich musste also weiter hinunter, um über den Fluss Durance zu fahren, der aus dem See heraus fliesst. Dann ging es wieder bergauf und parallel zum südlichen Seeufer, wo es auch einen Pass gab, einfach Le Collet genannt. Ausser kleineren Unregelmässigkeiten war die Strasse zuerst steigend, später absteigend bis man ins Ubaye Tal kam. Es war ziemlich warm, aber der Wind war günstig. Ich musste mich nicht beeilen, um schon um 3 Uhr in Barcelonnette anzukommen.
| Distanz (km) | Höhe (m) | Steigung (m) | |
|---|---|---|---|
| St-Bonnet-en-Champsaur | 0 | 1030 | |
| Les Baraques | 2 | 970 | |
| Col Bayard | 8 | 1250 | 280 |
| Puymonbeau | 12 | 1010 | |
| Col de Manse | 18 | 1270 | 260 |
| Pré Palié | 19 | 1250 | |
| Les Forests | 21 | 1350 | 100 |
| Château d'Ancelle | 22 | 1290 | |
| Col de Moissière | 29 | 1570 | 280 |
| Les Borels | 37 | 960 | |
| Les Carles | 38 | 1010 | 50 |
| Le Villard | 46 | 820 | |
| Col Lebraut | 50 | 1110 | 290 |
| Les Lionnets | 56 | 800 | |
| La Croix | 57 | 860 | 60 |
| Espinasses | 62 | 660 | |
| Le Collet | 69 | 990 | 330 |
| Les Terrasses | 73 | 1020 | 30 |
| Le Lautaret | 74 | 1000 | |
| Pré-Vieux (St-Vincent) | 77 | 1140 | 140 |
| Le Lauzet-Ubaye | 84 | 900 | |
| Les Thuiles | 98 | 1110 | 210 |
| Barcelonnette | 104 | 1140 | 30 |
| Total | 104 | 2060 |
Strecke 4 (25. Juni 2012): Barcelonnette - Allos - Cayolle - Barcelonnette
Es gibt eine bekannte Tour, die über drei Pässe südlich von Barcelonnette führt. Die Frage lautet dann: in welcher Richtung. Ich entschied mich dafür, die Runde um Gegenuhrzeigersinn zu machen und begann also mit dem Pass von Allos. Es handelt sich um eine gute aber schmale Strasse, nicht sehr steil aber lang, und mit wenig Verkehr. Früh morgens war erst eine Handvoll Autos oder Motorräder da unterwegs. Die Landschaft ist wild und grossartig und ich konnte den Aufstieg richtig geniessen. Auf der anderen Seite ist ein Skigebiet und deshalb weniger Wildnis, dafür hatte ich (hinunterfahrend) aber auch weniger Zeit herumzuschauen. Als ich in Colmars ankam, bog ich bei der Festung links ab, zum Col des Champs hinauf. Die Strasse war auch eng aber gut, fast ganz im Wald. Ich fuhr also im Schatten durch diese kaum berührte Gegend. Nachher, in der Abfahrt, habe ich gemerkt, dass der Gegenuhrzeigersinn eine gute Entscheidung war: die Strasse war breiter und in einem perfekten Zustand, optimal für eine schnelle doch sichere Abfahrt. In der anderen Richtung wäre der Aufstieg in der Sonne schwerer gewesen. Als ich nach diesen zwei Pässen in St-Martin ankam, wartete aber immer noch der höchste auf mich, der Cayolle Pass. Der Aufstieg würde etwa zwei Stunden dauern, und ich machte deshalb zwei kleine Drink-Pausen, eine unten und eine in der Mitte, in der Nähe von einem kleinen See. Es gab ein wenig Gegenwind, aber bergauf spielt das kaum eine Rolle, hat ja sogar den Vorteil abzukühlen. Es ist schwer, über diesen dritten Pass zu schreiben, ohne sich im Vergleich zu beiden anderen zu wiederholen. Der grösste Unterschied lag wahrscheinlich in der anspruchvolleren Abfahrt auf einer engen, kurvigen und ein wenig holpriger Strasse. Nachdem das Tal nach Westen abbog, wurde es enger, fast schluchtartig. Insgesamt war diese Runde sicher eine meiner allerschönsten Radfahrten und ich war entsprechend glücklich, als ich nach 8 Stunden (davon 7 im Sattel) in Barcelonnette zurückkam.
| Distanz (km) | Höhe (m) | Steigung (m) | |
|---|---|---|---|
| Barcelonnette | 0 | 1140 | |
| Le Plan | 2 | 1120 | |
| Col d'Allos | 19 | 2240 | 1120 |
| Allos | 35 | 1430 | |
| Colmars | 43 | 1270 | |
| Col des Champs | 54 | 2100 | 830 |
| Pont de Chastelonette | 60 | 1590 | |
| Coletta Reina | 61 | 1610 | 20 |
| La Colletta | 63 | 1450 | |
| St-Martin-d'Entraunes | 72 | 1030 | |
| Entraunes | 78 | 1260 | 230 |
| Estenc | 85 | 1780 | 520 |
| Col de la Cayolle | 93 | 2330 | 550 |
| Bayasse | 102 | 1780 | |
| Grand Pont | 113 | 1330 | |
| Le Plan | 120 | 1120 | |
| Barcelonnette | 122 | 1140 | 20 |
| Total | 122 | 3290 |
Strecke 5 (26. Juni 2012): Barcelonnette - Parpaillon - Pontis - Barcelonnette
Ich hatte entschieden, eine andere Rundfahrt ab Barcelonnette zu machen,
diesmal aber mit einem gemieteten Mountain Bike. Ich fuhr so zum
Parpaillon, einem berühmten Pass
mit einem langen Kiesweg und einem kurzen Scheiteltunnel. Ich habe zuerst die
Strasse nach La Condamine genommen, dann ins Tal vom Parpaillon hinauf. Bei der
Sainte-Anne Kapelle endete nicht nur der Belag, die Strasse war auch abgesperrt.
Auch für Fussgänger, Pferde und Radfahrer. Es war so wegen Strassenarbeiten, aber
ich dachte, es ging eher um Versicherungen als um echte Gefahren oder
Hindernisse. Und es war so. Es war nur zwei (nette) Bauarbeiter und eine
Maschine, die ich leicht und ohne jegliche Gefahr umfahren konnte. Das war noch
im Wald, bevor man daraus zum Schafstall vom Parpaillon ankommt. Und von dort
war der Aufstieg noch lang. Auch wenn der Weg gut war, ist die Effizienz nicht
mit einem Rennrad auf geteerter Strasse zu vergleichen. So brauchte ich bis
Mittag, um den Südportal des Tunnels zu erreichen. Seit dem Schafstall hatte ich
nur einen einzigen Radfahrer und drei Murmeltiere gesehen. Sonst war ich
anscheinend allein im Tal. Leute aus Barcelonnette hatten mir gesagt, die Tore
des Tunnels seien seit dem Winter immer noch geschlossen, aber sie waren auf. Ich
hatte also die Wahl zwischen entweder dem sehr steilen Aufstieg in der
Schutthalde zum Pass oder dem Tunnel mit einer dicken Eisschicht auf dem Boden
(stellenweise mit Wasser oder Schlamm). Ich konnte keine Spur zum Pass im Schutt
erkennen, und deshalb wählte ich den Tunnel. Zur Belichtung hatte ich mein
Telefon, das ich zu diesem Zweck schon mal nachts im Wald verwendet hatte. Aber
hier was es zu schwach, weil das Licht am anderen Ende vom Tunnel blendete, so
dass meine Augen sich nie an die Dunkelheit anpassen konnten. Es gelang mir, 2/3
der Strecke mit trockenen Füssen zu erreichen, aber dann trat ich in eine tiefe
Wasserpfütze. Na ja, besser Wasser als Schlamm. Am Ende vom Tunnel traf ich zwei
Wanderer, und sah einige andere weiter unten. Ich war also nicht mehr so allein
wie auf der anderen Seite.
Nach nur einem kurzen Stück Abfahrt habe ich einen Erdweg nach links genommen,
der zum Girabeau Pass führt.
Die andere Seite dieses Passes ist so steil, dass ich dann zum Parpaillon Weg
zurückkehrte, um über La Chalp zum Tal der Durance hinunter zu fahren. Die
Abfahrt war sehr lang, zuerst auf Kiesweg, dann (ab etwa 1850 m ü. M.) auf
geteerter Strasse. Dann kam das (flache) Teil, das am wenigsten interessant war,
sowohl vom Verkehr wie auch vom warmen Gegenwind her. Der Verkehr nahm wieder in
Savines ab, nach der Abzweigung der Nationalstrasse zu einer Brücke über den See
von Serre-Ponçon. Und der Wind war dann auch keine Problem mehr, als ich die
Strasse nach Süden über Pontis und den
Col de Pontis nahm. Dieser Pass
bot ganz schöne Aussichten über Wälder, Wiesen und dem See. Nach der Abfahrt und
deren vielen Haarnadelkurven wurde der Wind zu meinem Helfer. Ich war froh
darüber, weil diese Rundfahrt doch etwas lang wurde.
| Distanz (km) | Höhe (m) | Steigung (m) | |
|---|---|---|---|
| Barcelonnette | 0 | 1140 | |
| La Condamine | 14 | 1290 | 150 |
| Chapelle Ste-Anne | 20 | 1750 | 460 |
| Tunnel du Parpaillon | 31 | 2640 | 890 |
| Les Ecuelles | 33 | 2440 | |
| Col de Girabeau | 34 | 2490 | 50 |
| La Chalp | 45 | 1660 | |
| Les Esmieux (St-André) | 56 | 990 | |
| Pont Neuf | 60 | 800 | |
| Chanchore | 62 | 840 | 40 |
| Liou | 63 | 790 | |
| Le Moulin | 68 | 840 | 50 |
| La Pinède | 69 | 790 | |
| St-Ferréol | 70 | 840 | 50 |
| Savines | 71 | 790 | |
| Fontbelle | 76 | 940 | 150 |
| Col de Pontis | 81 | 1300 | 360 |
| Cimetière d'Ubaye | 86 | 800 | |
| Le Lauzet-Ubaye | 94 | 900 | 100 |
| Les Thuiles | 108 | 1110 | 210 |
| Barcelonnette | 115 | 1140 | 30 |
| Total | 115 | 2540 |
Strecke 6 (27. Juni 2012): Barcelonnette - Bonette - Isola - Lombarde - Cuneo
Nach meinem Aufenthalt in Barcelonnette wollte ich nach Italien. Zwar nicht
über dem Larche Pass, der für Fahrräder verboten ist, und wo es sowieso zuviel
Lastwagen gibt, sondern über Bonette und Lombarde. Ich war unter den allerersten
unterwegs von Jausiers zum Bonette Pass, und ich habe nur wenig Autos, wenig Motorräder
und einen einzigen anderen Radfahrer auf dem Weg hinauf gesehen. Hier auch war
die Landschaft grossartig und das Wetter perfekt, mit nur einigen belanglosen
Wolken. Der Aufstieg war lang, aber unter solchen Bedingungen war nichts dagegen
einzuwenden. Auf einer Meereshöhe von etwa 2650 m zweigte ein Kiesweg nach
rechts ab. Dort fährt die Strasse über einen topographischen Sattel: das ist der
Faux col de Restefond. Weniger
als 1 km weiter wird es klar, warum dieser Pass falsch heisst, einfach
weil es auch einen echten gibt: Col
de Restefond. Die Strasse bleibt aber leicht unter dem Grat und fährt nicht
über den Pass. Um ihn doch zählen zu können, bis ich abgestiegen und habe das
Fahrrad bis zum eigentlichen Pass gestossen. Dann, wieder nach kaum einem
Kilometer, erreichte ich den Hauptpass, den
Col de la Bonette. Von dort
machte ich auch noch die Runde um den Berg, wo die Strasse bis auf 2802 m steigt.
Diese kleine Runde mag sonst nutzlos sein, aber ich benutzte sie, um einige
Bilder der Alpen rund herum. Nach nochmals dem Bonette Pass fuhr ich hinunter
zum vierten Pass dieser Reihe, Col
des Granges Communes, auch Col de Raspaillon genannt. Dann gab es eine lange
Abfahrt nach St-Étienne-de-Tinée und weiter nach Isola. Nach St-Étienne gab es
einen ganz komischen Fahrrad-Streifen auf der Strasse, mit beiden Richtungen auf
der selben Seite, ohne eine weitere Abschrankung als die Farbe auf der Strasse.
Wer hat schon probiert, zwischen einem Auto und einem Fahrrad zu fahren, wenn
beide entgegen kommen? Es fühlt sich überhaupt nicht sicher...
So oder so, nach einem Imbiss und einem Drink in Isola nahm ich den zweiten
ernsthaften Anstieg des Tages in Angriff, auch wenn etwas kürzer. Es ging zum
Lombarde Pass. Am Anfang war es
ziemlich heiss, aber dann machte sich die abkühlende Wirkung der Höhe bemerkbar,
und die Fahrt war leichter. Die Strasse war ziemlich breit und nicht steil,
mindestens bis zur Skistation von Isola 2000 (wobei die Zahl die Höhe über Meer
darstellt). Diese Retortenstation, wie einige solche in Frankreich, war im
Sommer ziemlich hässlich und öde. Ich konnte kaum ein Bar finden, um etwas zu
trinken. Es war extrem teuer, sogar für jemand aus der Schweiz. Das letzte Teil
des Aufstiegs war über der Baumgrenze, in einer Landschaft von Felsen, Schutt
und etwas Grass. Nach einer kurzen Halt auf diesem letzten Pass fuhr ich zur
italienischen Seit. Die Abfahrt nach Vinadio war ziemlich lang und die enge
Strasse machte viele Kurven. Von Vinadio nach Cuneo habe ich die Hauptstrasse
genommen. Die kleinere Strasse auf der anderen Seite des Stura Flusses ist
vielleicht besser für Fahrräder, aber ich habe die Abzweigung verpasst, und bin
dann dem einfacheren Weg gefahren. In Cuneo habe ich ein Hotel in der Nähe des
Bahnhofs gefunden.
Am nächsten Tag, die Zugsfahrt nach Hause würde zum abenteuerlichsten Teil der
ganzen Tour werden. Ich musste sogar zwei Mal die Verbindungen mit dem Fahrrad
selber unternehmen, zuerst in Mailand mangels Züge, die Fahrräder an Bord nehmen,
dann in der Abfahrt vom Gotthard, weil ein Felssturz die Bahn für mehrere
Wochen unterbrochen hatte. Der Vorteil ist, dass man nicht nur auf dem Fahrrad
sondern auch im Zug oft interessante Leute trifft...
| Distanz (km) | Höhe (m) | Steigung (m) | |
|---|---|---|---|
| Barcelonnette | 0 | 1140 | |
| Jausiers | 9 | 1210 | 70 |
| Faux col de Restefond | 29 | 2650 | 1440 |
| Col de Restefond | 30 | 2680 | 30 |
| Col de la Bonette | 31 | 2720 | 40 |
| Cime de la Bonette | 32 | 2800 | 80 |
| Col de la Bonette | 33 | 2720 | |
| Col des Granges Communes | 36 | 2510 | |
| St-Étienne-de-Tinée | 58 | 1140 | |
| Isola | 73 | 860 | |
| Isola 2000 | 90 | 2000 | 1140 |
| Col de la Lombarde | 94 | 2350 | 350 |
| Pratolungo | 115 | 880 | |
| Vinadio | 116 | 910 | 30 |
| Moiola | 134 | 690 | |
| Stiera (Gaiola) | 135 | 670 | |
| Quinto Piano (Roccasparvera) | 138 | 700 | 30 |
| Cuneo | 153 | 550 | |
| Total | 153 | 3210 |
PS / 5.7.2012




