| Strecke | Distanz (km) | Steigung (m) |
|---|---|---|
| Lignières - St-Julien | 204 | 1650 |
| St-Julien - St-Pierre-d'Albigny | 135 | 2720 |
| St-Pierre-d'Albigny - Celliers | 135 | 3550 |
| Celliers - Vallorcine | 126 | 1880 |
| Vallorcine - Zollikofen | 195 | 2010 |
| Zollikofen - Lignières | 118 | 1900 |
| Total | 913 | 12630 |



Französische Alpen-Pässe waren das Ziel meiner Velo-Tour 1996. Noch einmal
startete ich vom Bauernhof meiner Eltern aus. An diesem Sonntag Morgen war es
ziemlich frisch auf der Hochebene von Lignières. Deshalb schob ich für die erste
Abfahrt Richtung St. Blaise eine Zeitung unter mein Trikot. Danach folgte ich dem
Ufer des Neuenburger-Sees. Teils fuhr ich auf den Hauptstrassen, teils auf
Nebenstrassen und teils auf eigentlichen Radwegen. Es fiel mir nicht immer leicht,
mich zwischen den Durchgangsstrassen mit hohem Verkehrsaufkommen und den Strassen
mit vielen Steigungen und Abfahrten zu entscheiden. Aber es begleitete mich
wenigstens ein treuer Verbündeter; und zwar den ganzen Tag lang: Die Bise nämlich,
der Wind aus dem Nord-Osten, welcher parallel zum Jura-Grat bläst.
Ab Yverdon am See-Ende konnte ich auf gediegenen Landstrassen radeln. Während ich
laufend an Höhe gewann, liess ich den Jura-Fuss links liegen; so erreichte ich
schliesslich kurz vor der französisch-schweizerischen Grenze den Givrine-Pass. Ich
entfernte mich jedoch nur unwesentlich vom Jura-Grat; denn kurze Zeit später
überquerte ich ihn erneut etwas südlicher, am Faucille-Pass. Von dieser Seite her
steigt die Strasse nur leicht an. Dafür kam mir nachher die etwas längere und
dadurch schnellere Abfahrt zugute. In der Nähe von Meyrin und dem CERN (Europäisches
Nuklear-Forschungszentrum, wo auch das ’World Wide Web’ erfunden worden war) kehrte
ich in die Schweiz zurück. Erstmals in meinem Leben war ich mich mit meinem Fahrrad
unterwegs im Kanton Genf. Im Gegensatz zu meinem Eindruck über die Stadt Genf erwies
sich die Landschaft darum herum ausgesprochen einladend zum Radeln: Gut
gekennzeichnete Wege sowie ansprechende Radwege mit einigermassen sicheren
Kreuzungen. Trotzdem lässt sich etwas in den Dörfern der Region Genf nur selten
finden: Hotels nämlich. Deshalb hielt ich eher gegen Süden als Richtung Stadt zu,
überquerte dann die Grenze nochmals und fuhr bis St. Julien. Dank der Bise gelang
mir heute ein ziemlich beachtlicher Streckenabschnitt!
| Distanz (km) | Höhe (m) | Steigung (m) | |
|---|---|---|---|
| Les Prés s/ Lignières | 0 | 920 | |
| Les Gravereules | 1 | 950 | 30 |
| St-Blaise | 10 | 430 | - |
| Neuchâtel | 15 | 450 | 20 |
| Cortaillod | 24 | 430 | - |
| Bevaix | 26 | 510 | 80 |
| Yverdon | 54 | 430 | - |
| Orbe | 68 | 490 | 60 |
| Orbe | 69 | 440 | - |
| Mollens | 93 | 690 | 250 |
| Mollens | 94 | 670 | - |
| Ballens | 97 | 710 | 40 |
| Saubraz | 105 | 610 | - |
| St-George | 111 | 940 | 330 |
| Marchissy | 115 | 780 | - |
| Le Vaud | 117 | 820 | 40 |
| Le Muids | 121 | 700 | - |
| La Givrine | 139 | 1230 | 530 |
| La Cure | 141 | 1140 | - |
| La Faucille | 158 | 1320 | 180 |
| Aire-la-Ville | 193 | 370 | - |
| St-Julien-en-Genevois | 204 | 460 | 90 |
| Total | 204 | 1650 |

Im Hotel von St. Julien erwies sich das Frühstück als unterdurchschnittlich,
sowohl in Bezug auf den Geschmack als auch bezüglich der Menge, der Auswahl und der
Bedienung. Glücklicherweise war immer noch schönes Wetter, als ich mich auf den Weg
begab: Zuerst Richtung Collongues, dann Richtung Salève. Der Aufstieg war steil, auf
einer kleinen Strasse mit ausgesprochen wenig Verkehr an diesem Montag Morgen. Oben
angekommen folgte ich dem Grat und genoss die Aussicht: Rechterhand über Genf und
die Jura-Höhen, linkerhand auf die französischen Alpen.
In der Folge fiel mein Weg Richtung Cruseille ab und vereinigte sich danach mit
demjenigen nach Annecy. Von da an gab es viel Verkehr. Zudem musste ich durch die
Stadt Annecy hindurch fahren. Erst als ich am See-Ufer nach rechts abbog, wurde es
wieder ruhiger. Danach rollte ich entlang Tälern, zwischen denen zwei kleine Pässe
liegen: Leschaux und Plainpalais. Gegen Mittag kam ich auf dem ersten der beiden an;
um bei Kräften zu bleiben, verpflegte ich mich ganz kurz aus meinen Taschen. Auf der
Abfahrt des zweiten Passes fand ich eine kleine Abkürzung durch die Berge hindurch;
so gelangte ich in das Isère-Tal, ohne dass ich durch Chambéry hindurch fahren
musste. Dies führte mich über einen weiteren kleinen Pass, den Marocaz.
Nun war es schon fast zwei Uhr nachmittags und der Hunger meldete sich spürbar. Ich
beabsichtigte bei der Ankunft im Tal etwas zu kaufen, aber ich fand die Geschäfte
geschlossen vor: Offenbar erstreckt sich der südländische Brauch der 'sièste' bis
hierher. Also musste ich mit leerem Magen weiter fahren. Anstatt das Isère-Tal in
Richtung Maurienne zu durchqueren, stieg ich etwas weiter vorne zur kleinen
Ortschaft St. Pierre-d’Albigny hinauf. Eigentlich wollte ich bloss zum Essen und
Trinken anhalten; kurz entschlossen stellte ich jedoch fest, dass ich müde genug war
um meines heutiges Tagwerk hier zu beenden.
| Distanz (km) | Höhe (m) | Steigung (m) | |
|---|---|---|---|
| St-Julien | 0 | 460 | |
| Collonges | 5 | 480 | 20 |
| La Croisette | 12 | 1180 | 700 |
| Plan de Salève | 17 | 1340 | 160 |
| Cruseille | 29 | 770 | - |
| Annecy | 51 | 450 | - |
| Sévrier | 56 | 450 | - |
| Leschaux | 68 | 900 | 450 |
| Lescheraines | 77 | 580 | - |
| Plainpalais | 89 | 1170 | 590 |
| St-Alban | 103 | 300 | - |
| Curienne | 109 | 700 | 400 |
| Boyat | 111 | 650 | - |
| Montoux | 114 | 780 | 130 |
| Marocaz | 119 | 960 | 180 |
| Cruet | 127 | 300 | - |
| St-Pierre-d'Albigny | 135 | 390 | 90 |
| Total | 135 | 2720 |

Das Isère-Tal durchquerte ich problemlos. Als ich aber auf die Hauptstrasse in
die Maurienne gelangte, geriet ich sozusagen ins Fegefeuer: Ununterbrochen
überholten mich Lastwagen! Es gab keine Radwege, wo man sich schützen könnte.
Obschon dies fürchterlich unangenehm war, barg es dennoch einen winzigen Vorteil:
Die Sogwirkung all dieser Kraftfahrzeuge trieb mich zu einer stattlichen
Geschwindigkeit an. In Epierre konnte ich die Hauptstrasse verlassen und zuerst auf
der linken, dann auf der rechten Seite eine Nebenstrasse wählen. In St-Etienne-de-
Cuines verliess ich Maurienne erstmals, um zum ersten grossen Alpen-Pass dieser
Radtour, dem Glandon, aufzusteigen. Die Bergfahrt war zwar lang, aber reizvoll. Ich
traf lediglich ein paar wenige Motorfahrzeuge und noch weniger Radfahrer.
Nach dem Passübergang fuhr ich nur eine kurze Strecke hinab; ich wandte mich nämlich
unverzüglich dem nächsten Pass zu, der Croix de Fer. Dort musste ich bloss noch 2 km
aufsteigen und erreichte somit rasch den zweiten Pass. Die Abfahrt war ausgiebig und
gewinnend; die Strassen in St. Jean zeigten sich jedoch als Piste aus Buckeln und
Schlaglöchern. Danach befand ich mich erneut in der Maurienne, wo ich
gezwungenermassen nochmals die Strasse mit dem schrecklichen Verkehr wählte.
Glücklicherweise nicht für lange, denn ich zweigte nach rechts ab, um nach La
Chambre zu gelangen. Dort hielt ich an und kaufte etwas zu Essen und zu Trinken; ich
hatte nämlich keine Lust auf den nagenden Hunger und Durst von gestern.
Dunkle Wolken zogen am Himmel auf, als ich den Aufstieg zum Madeleine-Pass in
Angriff nahm. Bereits nach ein paar wenigen Kilometern brach das Gewitter aus. Es
begann so stark zu regnen, dass ich bei einem Gebäude an der Strasse anhalten
musste. Aber nicht für lange: Schon zehn Minuten später konnte ich wieder losfahren.
Die Strasse war zwar nass, aber ich hatte kein Problem damit, weil ich mich auf dem
Aufstieg befand. Nach zwei weiteren kleinen Unterbrechungen erreichte ich die
Passhöhe. Am Strassenrand zeigte ein Schild 2000 m an. Auf meiner (offiziellen)
Karte hingegen waren lediglich 1993 m angegeben. Auf einer anderen Strassenkarte
fand ich sogar bloss 1984 m. Glaubt also was Ihr wollt; ich für meinen Teil werde
„ungefähr 2000“ im Gedächtnis behalten. Das Wetter zeigte sich immer noch von der
unsicheren Seite; deshalb blieb ich nur kurz dort oben. Während meiner Abfahrt traf
ich in Celliers auf ein Hotel. Dieses sah nicht nur ansprechend aus, sondern
entpuppte sich tatsächlich als reizvoller Ort, wo es sich lohnte über Nacht zu
bleiben (empfohlen durch die FFC, den französischen Radfahrer Verband). Drei Minuten
nach meiner Ankunft begann der Regen.
| Distanz (km) | Höhe (m) | Steigung (m) | |
|---|---|---|---|
| St-Pierre-d'Albigny | 0 | 390 | |
| Chamousset | 6 | 290 | - |
| Aiguebelle | 15 | 330 | 40 |
| La Chapelle | 30 | 460 | 130 |
| St-Rémy-de-Maurienne | 35 | 420 | - |
| Le Girard | 36 | 450 | 30 |
| St-Etienne-de-Cuines | 40 | 420 | - |
| St-Colomban | 52 | 1100 | 680 |
| Le Glandon | 60 | 1920 | 820 |
| pt. 1908 | 61 | 1910 | - |
| La Croix-de-Fer | 63 | 2070 | 160 |
| Le Revoux | 71 | 1480 | - |
| St-Jean-d'Arves | 74 | 1560 | 80 |
| Le Crêt | 86 | 800 | - |
| Fontcouverte | 88 | 860 | 60 |
| St-Jean-de-Maurienne | 93 | 560 | - |
| St-Avre | 105 | 450 | - |
| La Madeleine | 125 | 2000 | 1550 |
| Celliers | 135 | 1300 | - |
| Total | 135 | 3550 |

Am folgenden Morgen regnete es immer noch. Nach dem Frühstück beschloss ich ein
wenig zu warten und hoffte, der Regen würde aufhören. Weil sich nach einer Stunde
weiterhin keine Wetter-Besserung ankündigte, zog ich schliesslich meinen Regenschutz
an und begab mich auf die Abfahrt nach Feissons. Auf der nassen Strasse musste ich
natürlich vorsichtig fahren. Als ich das Tal erreichte und gegen Albertville und
Ugine zufuhr, beruhigte sich endlich der Regen. Von Ugine aus wählte ich die Arly-
Schlucht und stieg gegen Flumet an; dann fuhr ich dem Hochtal entlang nach Megève
(Ski-Station im Winter). Danach gab es erneut eine Abfahrt gegen St. Gervais.
Glücklicherweise war die Strasse jetzt trocken.
In St. Gervais herrschte Stau. Mit dem Fahrrad konnte ich natürlich die
Autoschlangen überholen! Im Arve-Tal angekommen wollte ich eigentlich nach rechts,
Richtung Chamonix, abbiegen. Doch der immense Verkehr stellte mich erneut vor
Probleme. Beim Anblick der gigantischen Lastwagen verlor ich jegliche Lust, die
Hauptstrasse zu befahren. Im Gegenteil, ich bewegte mich sogar in die andere
Richtung, überquerte das Tal und stieg auf einer kleinen Strasse den gegenüber
liegenden Hang hoch. Ich war mir nicht sicher, ob dieses Strässchen der beste Pfad
sei; denn auf meiner Karte war es nicht durchgehend gezeichnet. Als ich aber die
Leute fragte, bestätigten sie mir, dass sehr wohl eine Durchfahrt vorhanden war. Sie
hatten recht; dennoch brauchte ich eine gute Portion Glück, um den richtigen Weg
durch den Wald zwischen Vaudagne und Les Houches zu finden. Kurz, ich kam
tatsächlich nach Chamonix. Der Tag war jedoch so grau, dass mir der Ort eher
hässlich vorkam: Viele Autos und keine Sicht auf die Berge. Es hätte irgendeine
Stadt zu irgendeinem Zeitpunkt sein können, nicht der berühmte Kurort in den Alpen.
So kam es, dass ich nicht einmal anhielt.
Als ich auf der Strasse Richtung Argentière fuhr, begann es wieder zu regnen. Weil
es nur immer schlimmer wurde, hielt ich an und suchte Schutz. Schon nach kurzer Zeit
fröstelte ich jedoch so stark, dass ich lieber meine Fahrt Richtung Montets-Pass
fortsetzte. Nach der Passhöhe und einer kurzen Abfahrt war ich sowohl von Nässe
durchtränkt als auch vor Kälte erstarrt; deshalb machte ich beim nächst gelegenen
Hotel Halt. Das war in Vallorcine. Zwar befand ich mich nahe der Schweizer Grenze;
aber die wenigen Kilometer Distanz ergaben eine grosse Preisdifferenz, als ich
meinen Bruder Yves anrief, um die nächste Strecke zu diskutieren.
| Distanz (km) | Höhe (m) | Steigung (m) | |
|---|---|---|---|
| Celliers | 0 | 1300 | |
| Feissons | 14 | 410 | - |
| Albertville | 32 | 340 | - |
| Ugine | 42 | 400 | 60 |
| Flumet | 54 | 900 | 500 |
| Flumet | 55 | 870 | - |
| Praz-sur-Arly | 61 | 1030 | 160 |
| Praz-sur-Arly | 62 | 1010 | - |
| Megève | 66 | 1130 | 120 |
| Le Fayet | 81 | 600 | - |
| Chedde | 85 | 580 | - |
| Servoz | 93 | 840 | 260 |
| Servoz | 95 | 810 | - |
| Les Chavants | 100 | 1080 | 270 |
| Les Houches | 103 | 950 | - |
| Chamonix | 110 | 1050 | 100 |
| Argentière | 119 | 1260 | 210 |
| Les Montets | 123 | 1460 | 200 |
| Vallorcine | 126 | 1260 | - |
| Total | 126 | 1880 |

In den Zeitungen und am Radio sprachen sie vom gestrigen Regen. In der Nähe von
Chamonix waren Strassen durch Erdrutsche abgeschnitten. Es erübrigt sich wohl zu
erwähnen, dass ich glücklich war, die Durchfahrt bereits geschafft zu haben; zwar
nass, aber heil.
Für die fünfte Etappe versprachen die Prognosen bedeutend besseres Wetter; es war
ein Vergnügen die Strasse wieder unter die Räder zu nehmen. Nach einer leichten
Abfahrt erreichte ich die Schweizer Grenze. Danach stieg die Strasse Richtung
Forclaz-Pass an: Ein müheloser Aufstieg von dieser Seite her, insbesondere bei so
angenehmer Temperatur! Die Abfahrt Richtung Martigny zog sich dann etwas länger,
schneller und kurvenarm dahin. Das Rhone-Tal zwischen Martigny und St. Maurice ist
für seinen steten Wind bekannt. Ich jedoch hatte das Glück einen windstillen Tag zu
erwischen. Trotzdem hatte ich auch wieder ein wenig Pech, denn ich fuhr über ein
klitzekleines Stück Metall, das irgendwo auf der Strasse herumlag: Plattfuss kurz
vor St. Maurice! Nach der Reparatur setzte ich meine Fahrt Richtung Aigle fort.
Dort, während ich meine Trinkflaschen auffüllte, sah ich etwas vorbeiflitzen, das
wie eine Rakete auf zwei Rädern aussah. Blaues Leibchen – Festina. Ach ja! Das war
Laurent Dufaux. Schade, dass ich eben gerade angehalten hatte; sonst hätte ich
versucht mich an sein Rad zu heften… selbst wenn ich niemals solche Mittel nahm wie
er schon.
Auf jeden Fall fühlte ich mich in Form und griff die Steigung zum Mosses-Pass in
stattlichem Tempo an. Ein Takt, den ich bis zur Passhöhe beibehalten konnte: Diesmal
motivierten mich sowohl die Gegend als auch das Wetter; zudem hatte ich den
Rückstand des Vortages aufzuholen. Nach der Abfahrt nach Château-d'Oex steigt es
wieder ein wenig an bis nach Saanenmöser – ein kleiner Pass, bekannt (in umgekehrter
Richtung) aus meiner Tour von 1995. Es war
anfangs Nachmittag, als ich mich bereits auf dem Gipfel der letzten Anhöhe des Tages
befand. Dennoch wusste ich, dass noch ein rechtes Stück Weg vor mir lag: Zuerst die
Abfahrt dem Simmental entlang im Gegenwind, der mein Tempo wiederholt unter 30 km/h
abbremste. An diesem Freitag herrschte glücklicherweise kaum Verkehr. Danach galt es
Stück für Stück dem Stockental und dem Gürbetal entlang zu fahren. Zuerst radelte
ich mehr durch ländliches Gebiet; dann aber wurde es weniger landschaftlich und
verkehrsreicher – so näherte ich mich der Stadt Bern. Ich durchquerte unsere
Hauptstadt und erreichte vor fünf Uhr abends Zollikofen. Ich kam sogar noch vor
meinem Bruder an und musste einen Moment warten, bis er von der Arbeit heimkam. Nach
der Dusche gingen wir auswärts zum Abendessen und trafen uns mit Wolfgang, einem
Berufskollegen und Freund (seine Familie war zufällig gerade verreist an diesem
Tag).
| Distanz (km) | Höhe (m) | Steigung (m) | |
|---|---|---|---|
| Vallorcine | 0 | 1260 | |
| Châtelard | 6 | 1110 | - |
| Trient | 10 | 1270 | 160 |
| La Forclaz | 13 | 1530 | 260 |
| Martigny | 24 | 470 | - |
| Aigle | 57 | 390 | - |
| Les Mosses | 75 | 1450 | 1060 |
| Château-d'Oex | 89 | 900 | - |
| Saanen | 102 | 1010 | 110 |
| Saanenmöser | 108 | 1270 | 260 |
| Zweisimmen | 115 | 940 | - |
| Reutingen | 148 | 620 | - |
| Oberstocken | 155 | 710 | 90 |
| Lohnstorf | 166 | 560 | - |
| Kirchenthurnen | 169 | 610 | 50 |
| Bern | 186 | 530 | - |
| Zollikofen | 195 | 550 | 20 |
| Total | 195 | 2010 |

Von Zollikofen nach Lignières war es bloss noch ein Katzensprung – zu kurz. Deshalb nahm ich die Gelegenheit wahr, meiner Sammelaktei einen neuen Pass hinzuzufügen: Den Gurnigel. In diesem Sinne fuhr ich also in umgekehrter Richtung wieder durch Bern hindurch. Anstatt jedoch die Spuren meines gestrigen Tages zurück zu verfolgen, wandte ich mich nach rechts den Hügeln zu (Längenberg). Meine einschneidenden Aufgaben begannen erst nach Rüti: Der Gurnigel ist nämlich nicht so hoch, dafür aber steil! Die durchschnittliche Steigung beträgt 9%; dabei gibt es Abschnitte mit bis zu 12% und mehr. Die Strasse war in gutem Zustand und führte einerseits durch Wälder, anderseits durch Alpen-Weideland; die Sonne gleisstete. Der Gurnigel trennt die Kantone Bern und Freiburg. Auf der Freiburger Seite zeigt sich die Strasse weniger steil: Die Abfahrt verlief angenehm. Danach folgte ich Dorf für Dorf quer durch die Gegend – eine problemlose Strecke. Gegen Mittag kam ich in Le Landeron an und machte mich abschliessend an den Aufstieg nach Lignières. An den ausgesetzten Lagen war es nicht nur heiss, sondern auch trocken. Als ich dann in Lignières bei meinen Eltern ankam, genossen diese zwar bereits den Kaffee; sie hatten aber etwas Essen für mich übrig gelassen. Beim Essen erzählte ich bereits erstmals von meinen Erlebnissen dieser Radtour 1996.
| Distanz (km) | Höhe (m) | Steigung (m) | |
|---|---|---|---|
| Zollikofen | 0 | 550 | |
| Bern | 7 | 520 | - |
| Kehrsatz | 11 | 570 | 50 |
| Längenberg | 20 | 920 | 350 |
| Riggisberg | 25 | 760 | - |
| Plötsch | 28 | 900 | 140 |
| Rüti | 30 | 820 | - |
| Gurnigel | 39 | 1610 | 790 |
| Zollhaus | 54 | 890 | - |
| Plaffeien | 59 | 850 | - |
| Schiffenen | 80 | 530 | - |
| Salvenach | 87 | 560 | 30 |
| Sugiez | 94 | 430 | - |
| Ins | 100 | 480 | 50 |
| Le Landeron | 109 | 430 | - |
| Lignières | 114 | 800 | 370 |
| Les Prés s/ Lignières | 118 | 920 | 120 |
| Total | 118 | 1900 |
PS / 8.12.1996