Tour 2005,  18. - 24. Juni

StreckeDistanz (km)Steigung (m)
Ringlikon - Lingenau1651740
Lingenau - Mieming1592390
Mieming - Walchsee1721490
Walchsee - Scheffau1682020
Scheffau - Laussa1662120
Laussa - Rechengraben1651670
Rechengraben - Wien140790
Total113512220

Karte
Strecken


1. Tag: 18. Juni 2005

Profil1

Zum ersten Mal habe ich mir für diese Tour eine Stadt als Ziel gesetzt: Wien. Für den ersten Tag genügten die Berge des Vorarlbergs als Etappenziel. Mindestens vier schöne Tage gaben mir die Vorhersagen, so konnte ich mit sicherem Wetter losfahren. Zuerst folgte ich wohl bekannte Strassen zum Zürichsee und entlang ihm. Das war eine leichte Sache, und es blieb auch leicht, als nach dem Seedamm Richtung Rapperswil die Strasse langsam zum Rickenpass hinauffuhr. Ein Stück weit war ich mit zwei anderen Radfahrern unterwegs, was wegen dem Gegenwind (die Bise) hilfreich war. Vom Pass her nahm ich die Radstrecke hinunter nach Wattwil, auf einer schönen kleinen, unten zum Teil steilen Strasse. Ab Wattwil fuhr ich dem Tal der Thur entlang bis Lichtensteig. Von dort ging's steil, aber nicht zu lang hinauf zum Wasserfluh Pass. An diesem Morgen war die Temperatur ideal zum Fahren. Nach Wasserfluh ging die Strasse mal bergab, mal bergauf, aber ziemlich sanft. So kam ich in den Kanton Appenzell, wohl bekannt für sein Käse und für die typische Architektur seiner Bauernhäusern, über den Weiden und vielen Hügeln und Talschaften gestreut.
Es gab ein Radvolksrennen, und für Kilometer habe ich in der Gegenrichtung immer wieder Fahrer gesehen (sie hatten mehr Glück mit dem Wind als ich, immer gegen die Bise fahrend). Ab Trogen fuhr ich nochmals hinunter und hinauf, bis ich am ersten neuen Pass dieser Tour war, am Ruppenpass. Bergauf war es ganz sanft, aber bergab war es länger und steiler. Als ich unten im Rheintal ankam, war es warm. Ich fuhr über den Fluss (und über die Grenze) Richtung Dornbirn, in Österreich. Ich war aber froh, sobald ich wieder aus dieser Stadt und ihrem Verkehr rauskam und eine ruhigere Strasse fand. Ich stieg also in die Berge des Bregenzerwaldes, wo Wolken sich ansammelten, aber ohne Regen zu produzieren. Ab Lingenau begann ich nach einem Hotelzimmer Anschau zu halten. Dies war problemlos, da die Hauptsaison noch nicht richtig angefangen hatte.

 Distanz (km)Höhe (m)Steigung (m)
Ringlikon0630 
Zürich10410-
Kilchberg1247060
Rüschlikon14430-
Thalwil1748050
Rapperswil43410-
Ricken63790380
Lichtensteig72610-
Wasserfluh77840230
Furth79670-
Brisig90900230
Hundwil96770-
Stein9982050
Rämsen102690-
Speicher111930240
Trogen113880-
Ruppen1171000120
Altstätten126460-
Kriessern131420-
Alberschwende158720300
Müselbach162620-
Lingenau16570080
Total165 1740


2. Tag: 19. Juni 2005

Profil2

Sonntag und ein ganz sonniger zweiter Tag. Und an einem sonnigen Sonntag gibt es viele Motorräder auf Passstrassen. Ich hatte eigentlich noch nie so viele Motorräder an einem einzigen Tag gesehen! Nur der erste Aufstieg (zum Riedbergpass) war noch ruhig. Ruhig, aber nicht leicht: nachdem ich in deutsche Grenze überquert hatte, zwischen Balderschwang und den Pass, nahm die Steigung plötzlich zu. Steile und noch steilere Abschnitte folgten aufeinander. Die Abfahrt nach Obermeiselstein war ähnlich. Dann fuhr ich Nord nach Sonthofen, und wieder Ost nach Hindelang. Dort begann die nächste ernsthafte Steigung, über den Oberjochpass, der mir wieder in Österreich brach. Darauf folgte eine lange und sanfte Abfahrt, mit einigen unwesentlichen Steigungen dazwischen. So kam ich zum Gaichtpass... abfahrend. Warum es Pass heissen soll, weiss ich nicht. Sicher nur, dass nachher die Strasse hinunter nach Weissenbach viel steiler war.
Ich war dann im Lechtal und nahm die südwestliche Richtung. Südwest? Ja, ich konnte endlich vom Rückenwind profitieren und konnte schnell nach Stanzach fahren. Nachher kam aber die nächste Schwierigkeit: der sehr unregelmässige und zum Teil recht steile Aufstieg nach Namlos, Kelmen und Berwang. Ich dachte, dies wäre ein Pass, aber eigentlich waren es zwei oder drei aufeinander. Mindestens waren die Abfahrten dazwischen schön, wie allgemein die Landschaft. Nachdem ich wieder im Tal ankam, bei Bichlbach, musste ich auf eine Hauptstrasse, ausser als diese in ein Tunnel verschwand, um die Stadt Lermoos auszuweichen. Dieser Tunnel (besser so) ist verboten für Fahrräder. Die Strasse rund herum und die im Tunnel kamen wieder im Aufstieg zum Fernpass zusammen. Dann gab's viel Verkehr, inklusiv Reisebusse und Wohnanhänger, aber mindestens war die Strasse breit genug, dass sie mich überholen konnten, ohne das ich jeweils für mein Leben zittern musste. Kurz vor dem Pass konnte ich die spektakuläre Aussicht über den Blindsee geniessen, mit der Zugspitze im Hintergrund.
Nach der Abfahrt nach Nassereith fuhr ich in dieses Dorf hinein und nahm eine kleine Strasse nach Aschland, die ich aber bald wieder verliess, um nach Holzleiten hinaufzufahren. Die Strasse (eine Schlitten-Piste im Winter) war ziemlich kaputt, aber weg vom Verkehr. Nach dem Pass begann die Suche nach einem Zimmer, die schliesslich in Mieming erfolgreich wurde, auf einem Hochplateau über den Inntal.

 Distanz (km)Höhe (m)Steigung (m)
Lingenau0700 
Riedbergpass231420720
Sonthofen39740-
Oberjoch561180440
Schattwald591080-
Nesselwängle71115070
Weissenbach79880-
Stanzach8994060
Kelmen1011370430
Rotlechsäge1041220-
Brand1061320100
Rinnen1081270-
Berwang111134070
Bichlbach1161080-
Lermoos1251000-
Fernpass1331220220
Nassereith144840-
Holzleiten1491120280
Obermieming159910-
Total159 2390


3. Tag: 20. Juni 2005

Profil3

Nach einem guten Schlaf und einem guten Frühstück setzte ich mich wieder auf dem Weg, zuerst hinunter nach Telfs, dann hinauf zur Buchener Höhe und nach Leutasch. So ein Unterschied mit dem Tag vorher: viel weniger Verkehr. So kam ich zu einem schönen breiten Tal, der sanft zur deutschen Grenze hinuntergeht. Nur das letzte Stück vor Mittenwald war sehr steil. Von dort konnte ich einen Radweg nehmen und so den grösseren Verkehr vermeiden. Ich fuhr durch Wallfau hindurch und gerade nachher rechts, auf eine schöne kleine Strasse dem Isar entlang. Es war eine Mautstrasse, so dass ich zwischen Wallgau und Vorderriss nur wenig Autos und einige andere Radfahrer sah. Nachher, bis zum Sylvensteinsee gabs nur ein wenig mehr motorisierter Verkehr.
Nach dem See gab's einen leichten Aufstieg zur österreichschen Grenze, dann ging's links wieder nach Deutschland und, etwas steiler, zum Achenpass. Ich machte eine Halt in Kreuth, um etwas zu trinken und zu essen, und fuhr dann noch einige Kilometer Nord nach Rottach. Ich musste einige Leute fragen bis jemand mir den Weg hinauf nach Valepp sagen konnte... aber gar niemand konnte mir sagen, wie die Strasse von dort gegen Osten sein sollte. Sogar der Angestellte bei der Mautstation hatte keine Ahnung! Na ja, der Aufstieg nach Valepp war unregelmässig, zum Teil recht steil, aber der Belag war gut. Nachher war's anders: ein Kiesweg. Ich hatte keine Lust, wieder hinunter zu fahren und einen weiten Umweg zu machen, deshalb entschied ich mich die ca. 12 Kilometer auf Kies zu probieren. Der Belag selber war gar nicht schlecht, aber manchmal war's steil und wirklich an der Grenze für ein Rennrad. Zweimal musste ich mich ganz auf meinem Orientierungssinn verlassen, weil es mehrere Waldwege gab... aber nicht so auf meiner Karte. So kam ich auf einem kleinen Pass namens Elendsattel. Ausser wegen dem Elend vom Kies war es ganz schön dort oben. Es wäre einfach eher was fürs Mountain Bike. Nach der Abfahrt kam ich auf die Hauptstrasse die über den Ursprungpass südwärts nochmal Richtung Österreich fährt. Dann kam eine lange Abfahrt nach Kufstein, nur mit einer kleinen Steigung unterwegs. In Kufstein musste ich etwas suchen und mich nach dem Weg erkundigen, bis ich Richtung Norden auf der Strasse nach Ebbs war. Dort bog ich nach rechts ab und fuhr hinauf nach Walchsee.

 Distanz (km)Höhe (m)Steigung (m)
Obermieming0910 
Telfs9670-
Buchen191290620
Wallgau49860-
Fall71780-
Achenpass85940160
Rottach104730-
Valepp120890160
Elendsattel1291140250
Zipflwirt137820-
Ursprungpass14084020
Vorderthiersee151600-
Thierberg15467070
Kufstein158500-
Ebbs165470-
Walchsee-Durchholzen172680210
Total172 1490


4. Tag: 21. Juni 2005

Profil4

Gleiches Wetter, gleiches Programm! Zuerst nach Osten, dann nach Deutschland, auf die deutsche Alpenstrasse, nach Süden über einen steilen Pass, wieder nach Österreich und am Schluss einen Bogen Süd-Ost-Nord. Der 4. Tag hatte vieles mit dem 3. gemeinsam. Der wichtigste Unterschied ist, dass ich nicht auf Kieswege fahren musste. Die zwei ersten Stunden waren eine leichte Fahrt über Reit im Winkel und nach Seegatterl und Schmelz. Auf einer schnellen Abfahrt nach Schneizlreuth ging's steil hinauf zum Schwarzbachwartsattel, nicht der längste Aufstieg aber vielleicht der längste Passname! Kurz nach dem Pass habe ich eine kleine Strasse nach rechts genommen, bin hinunter zum Hintersee gefahren und machte eine kleine Halt dort bei einem Restaurant: ich brauchte eine volle Reserve an Energie für den nächsten Aufstieg, der steilste, den ich je mit Rennrad in Angriff genommen hatte. Auf meiner Strassenkarte war der Hirschbichl mit 23% gezeichnet, was wahrscheinlich für die steilsten (glücklicherweise kurzen) Teile zutrifft. Mindestens war der ganze Weg geteert, ausser zwei Lawinenrinnen. Der 30% Zeichen in der Abfahrt war aber eher übertrieben!
Auf einer flachen Strecke nach Saalfelden folgte der Aufstieg zum Filzensattel. Bis Maria Alm war die Steigung sanft, nachher aber recht stark. Vom Pass her gab's eine schnelle aber kurze Abfahrt nach Dienten, wo der nächste Aufstieg begann: zum Dientnersattel. Die Abfahrt nach Bischofshofen war viel länger. Von dort Richtung Norden fuhr ich gegen ein tobender Gegenwind. Die Strasse ging leicht abwärts, aber ich musste auf die Pedalen treten, als ob es flach oder sogar steigend wäre. Es hat mich deshalb recht überrascht, als ich mehr als 100 km/h auf meinem Geschwindigkeitszähler sah! Ach, der Sensor ist auf elektromagnetischen Feldern empfindlich, in diesem Fall von der Bahnlinie parallel zur Strasse. In Golling konnte ich endlich die Haupstrasse wieder verlassen. Ich spürte die Hitze, und dass ich langsam genug hatte für den Tag. Ich schaute dann nach einem grünen 'Zimmer frei' Zeichen. Und fand eins in Scheffau, ein kleines Dorf etwas abseits von der Strasse.

 Distanz (km)Höhe (m)Steigung (m)
Walchsee-Durchholzen0680 
Kössen10580-
Reit im Winkel16680100
Groissenbach18660-
Seegatterl22760100
Waich37660-
Schmelz44770110
Schneitzlreuth55500-
Schwarzbachwartsattel63870370
Hintersee70780-
Hirschbichl771180400
Weissbach85650-
Saalfelden98750100
Maria Alm104900150
Filzensattel1151290390
Dienten1181080-
Dientnersattel1221360280
Bischofshofen139560-
Golling163480-
Unterscheffau16850020
Total168 2020


5. Tag: 22. Juni 2005

Profil5

Diese Etappe sollte sehr kontrastreich sein. Die Fahrt zum ersten Pass, zum Lienbachsattel, war ganz schön und führte zur weitesten Alp Österreichs (die Postalm). Bergauf und bergab, es hat mir beides gefallen. Dann kamen aber etwa 80 km Hauptstrassen mit viel Verkehr, inklusiv der Pötschenpass, der trotz seiner Steigung von vielen Lastwagen befahren wird. Teilweise hatten die Strassen Richtung Liezen einen Radstreifen oder etwas mehr oder weniger ähnliches. Anderorts gabs sogar separate Wege, aber mit ungenügenden Wegweisern... oder gar keine. Ich werde sicher keine so schöne Erinnerungen von dieser Strecke halten, aber es gab ja kaum eine Ausweichmöglichkeit.
Der Pyhrnpass war schon einges besser: weniger verkehr, schöne Landschaft und eine gute Strasse für eine anspruchslose aber doch schnelle Abfahrt. Bald in Windischsgarten bin ich nach rechts zum Hengstpass hinaufgefahren. Und der Tag endete ähnlich wie er angefangen hatte: mit einer schönen Passfahrt weit weg von Lastwagen und von zuviel Personenwagen. Das Wetter war jetzt bedeckt und, im Vergleich zu den vorigen Tagen, wurde es am Nachmittag nicht allzu warm. Der Aufstieg war regelmässig und deshalb nicht zu schwer. Die folgende Abfahrt war sehr lang und fuhr im unteren Teil in der Schlucht der Laussa. Ich machte Halt beim ersten Gasthaus, das er erblickte. Dort duschte ich und wusch meine Kleider. Erst danach erfuhr ich, dass es nur was kaltes zum Abendessen gab (Wurstsalat mit Brot). Schade für mein grösseres Radfahrer-Appetit, aber ich wollte doch nicht gleich weiterfahren. Besonders als die 'Dusche' draussen auch los ging!

 Distanz (km)Höhe (m)Steigung (m)
Unterscheffau0500 
Pichl1152020
Lienbachsattel221300780
Aigen41540-
Bad Ischl49480-
Bad Goisern5850020
Pötschenpass67990490
Bad Aussee75660-
Kainisch86830170
Stainach107660-
Liezen120660-
Pyhrnpass128950290
Spital137640-
Hengstpass153990350
Unterlaussa166560-
Total166 2120


6. Tag: 23. Juni 2005

Profil6

Am Anfang des sechsten Tages war der Rest der Abfahrt von Hengstpass nach Altenmarkt, wo sie in die (verkehrsarme) Hauptstrasse nach Mariazell mündete. Diese Strasse folgte einen Fluss, aber sie folgte nicht das gleiche Gefälle sondern fuhr immer wieder hinauf und hinab. Offensichtlich fahren österreichische Ingenieure nie Fahrrad! Nach diesem unbeabsichtigten Intervall-Training nahm ich eine kleine Strasse nach rechts. Sie fuhr in ein kleines Tal... und in die Wildnis. Hier auch habe ich mich bei Passanten nach der Qualität des Strassenbelags erkundigt, da die Strassenkarten in dieser Hinsicht nie wirklich sicher sind. Es wurde mir gesagt, dass der ganze Weg geteert war. Also, manchmal wäre keine Auskunft besser als eine falsche! Nach der kleinen Ortschaft Klaus gab's... ein Kiesweg. Glücklicherweise war der Kies fein und konnte gut mit Rennrad befahren werden. Einige Kilometer weiter hatte ich ein weiteres Problem: die Strasse war geschlossen wegen Holzschlag. Ich beschloss, trotzdem zu probieren und fuhr durch, ohne irgendjemand zu sehen. So erreichte ich den Bärenrisssattel ohne den Bär zu sehen. Die Abfahrt nach Holzhüttenboden war auch auf Kies und menschenleer.
Ich erreichte wieder die Zivilisation als ich auf der Strass zum Zellerrain Pass ankam. Nach einer kurzen Halt dort zum Trinken fuhr ich weiter nach Mariazell (eine schnelle aber keine schöne Abfahrt). Nach diesem Pilgerort wollte ich eine Schlaufe über zwei weitere Pässe fahren: Niederalp und Lahnsattel. Als ich in Wegscheid, am Fuss vom ersten ankam, gab's aber ein Zeichen, dass der zweite wegen Rutschungen geschlossen war. Ich dachte nach einem Ausweg, entschloss mich aber bis Mürzsteg zu fahren, zwischen beiden Pässen. Dort könnte ich Leute fragen. Der Aufstieg zur Niederalp war wegen der Hitze ziemlich schwer, aber dann konnte ich die Abfahrt geniessen, sogar als sie nicht mehr steil war: ich erhielt dann Hilfe vom Rückenwind. In Mürzsteg erfuhr ich, dass die Rutschung sehr klein war. Und diesmal erwies sich die Information als richtig. Die Strasse war im Prinzip geschlossen, aber sogar der Polizist vor Ort sagte nichts, als ich zwischen Steinen auf der Strasse fuhr. Der grosse Vorteil: es gab sonst kein Verkehr über den Lahnsattel. Dann fuhr ich hinunter, fast wieder bis nach Mariazell, bog aber rechts zum Hubertussee. Dort auf dem Weg hielt ich für die Nacht in einem kleinen Gästezimmer an.

 Distanz (km)Höhe (m)Steigung (m)
Unterlaussa0560 
Engl7430-
Altenmarkt846030
Abraham4151050
Bärenrisssattel681070560
Holzhüttenboden75770-
Zellerrain821130360
Mariazell91870-
Wegscheid104840-
Niederalp1131230390
Mürzsteg122780-
Lahnsattel1381010230
Rechengraben151790-
Hubertussee15884050
Rechengraben165790-
Total165 1670


7. Tag: 24. Juni 2005

Profil7

Was mir beim Erwachen zuerst auffiel was das Licht: ich war mittlerweile um 7° ostwärts gefahren, ohne in eine andere Zeitzone zu wechseln, und der Tag kam also etwa eine halbe Stunde früher. Als zweites: er war recht kühl im engen Walsterntal, da die kalte Luft dem Fluss entlang kam. Als ich nach dem Frühstück los fuhr, was erst 12°, aber wieder bei blauen Himmel. Ich stieg zuerst einem hübschen und ruhigen Weg entlang zum Krumbachsattel. Auch über Gscheid und hinunter nach St. Aegyd gab's nur wenig Verkehr, obwohl die Strasse breiter war. Die Landschaft war immer noch durch kleine aber eher steile Hügeln geprägt, mit Wäldern und einige Wiesen. Die beide nächsten Pässe nach Osten waren ähnlich. In der Höhe über Meer waren der Ochsattel und der Rohrersattel sogar genau gleich. Ich machte dann Halt in Pernitz, um etwas zu kaufen, das ich in einem Park essen und trinken konnte. Dabei konnte ich eine Schulklasse zuschauen, die draussen für eienen Tanzauftritt übte. Dann fuhr ich zum letzten Pass dieser Tour: Auf dem Hals. Es ging grösstenteils im Wald, und der Schatten war gut, da es wurde immer wärmer.
Erst nach einem kleinen Hügel nord-östlich von Pottenstein konnte ich endlich die Ebene der Donau erblicken. Ich hatte aber immer noch etwa 50 km vor mir, und sie waren sicher nicht die angenehmsten. Ich kam immer näher von Wien, und der Verkehr verdichtete sich entsprechend. Ich fuhr endlich in die Stadt hinein, musste aber irgendwie meine Lage auf einem Stadtplan ausfindig machen. Ich habe dafür die Terrasse von einem Restaurant ausgewählt, am Schatten von Bäumen. Ich erhielt die Hilfe von zwei Gästen, die etwas von Wien mit Fahrrad verstanden, und ich konnte so einen einfachen Weg zum Stadtteil Döbling finden, fast am anderen Ende der österreichischen Hauptstadt.
Dort traf ich meine Freunde Anne und Dieter und deren Kindern Loïc und Chloé. Die Mutter von Dieter war auch dort, um Sachen einzupacken: sie waren dran den Umzug zurück in die Schweiz zu vorbereiten. Es war wirklich die letzte Gelegenheit sie zu besuchen, solange sie in Wien waren! So konnten wir noch einen netten Abend zusammen verbringen. Dabei konnte ich von meiner Tour erzählen, mit den vielen Pässen und Kilometern, viel Sonne, ohne Regen, ohne Platte, ohne Zwischenfall und ohne Verletzung.

 Distanz (km)Höhe (m)Steigung (m)
Rechengraben0890 
Krumbachsattel1195060
Knollenhals15940-
Gscheid1997030
Mitterbach30550-
Ochsattel36860310
Gstettner42760-
Rohrersattel54860100
Gutenstein63480-
Pernitz69430-
Auf dem Hals78660230
Pottenstein85320-
Grossau9138060
Traiskirchen105230-
Wien140210-
Total140 790


PS / 11.7.2005