Tour 1992, 19 - 23 August
| Strecke | Distanz (km) | Steigung (m) |
|---|---|---|
| Lignières - Thun - Susten - Meien | 190 | 2370 |
| Meien - Furka - Nufenen - Ronco | 85 | 2650 |
| Ronco - Gottardo - Sisikon + Weggis - Ehrendingen | 148 | 1360 |
| Ehrendingen - Olten - Lignières | 130 | 800 |
| Total | 553 | 7180 |
Strecke 1 (19. August 1992): Lignières - Thun - Susten - Meien
Für diese Tour 1992 bin ich von Lignières (Kanton Neuenburg) los gefahren, wo meine Eltern Bauern sind. Ich fuhr zuerst hinunter nach Le Landeron, und dann zwischen Neuenburger- und Bielersee. Die Strassen waren bis Laupen fast flach. Weiter wollte ich aber lieber nicht über die Stadt Bern fahren, und deshalb musste ich mehr als 400 m steigen, bevor ich auf Thun wieder bargab fahren konnte. Die Landschaft war dafür schön, und die Strassen perfekt zum Radfahren.
Die Reise setzte sich den Thuner- und Brienzersee entlang. Dort keine ruhige kleine Strassen mehr, sondern nur noch die Hauptstrasse. Aber es war trotzdem eine schöne Strecke. Ungefähr flach, wie es sich für eine Strasse am See gehört. Etwa um Mittag war ich in Brienz, wo der Seeufer auf mich für eine kleine Pause wartete. Brot und Limonade waren auf dem Menü.
Bis Meiringen ware die Strasse immer noch flach. Zwischen Innertkirchen und Meiringen fliesst aber die Aare in engen Schluchten. Es gibt zwar einen Pfad in diesen Schluchten, sehr schön zum Wandern, aber sicher nicht zum Rennradfahren. Die Schlucht musste ich also mit der Strasse über den Lammi Hügel umfahren. Als ich in Innertkirchen ankam war ich am Fuss von zwei Pässen, Grimsel und Susten. Den Susten nahm ich da in Angriff. Der Aufstieg verlangt an sich eine gewisse Leistung. Für mich, nach einer ziemlich langen Anfahrt war es sogar etwas viel. Ich hatte nicht mehr genug Kraft und musste im letzten Drittel leiden. Das war der schwerste Auftieg je. Es lag nicht daran, das ich unterwegs zuwenig gegessen oder getrunken hatte (insgesamt gut 10 Liter an diesem Tag), also wo war das Problem? Mir fehlte sich an echtem Ausdauer-Training, und meine Muskel waren offensichtlich nicht parat, genug Glykogen zu speichern. In diesem Fall musste ein gewisser Überfluss an Fett anstelle vom Glykogen einspringen. Harte aber gute Lektion.
Auf der anderen Seite vom Pass hatte es zwei Jahre früher einen Erdrutsch gegeben. Die Strasse war immer noch im Bau und der Verkehr war über einen kleinen, steilen und kurvigen Weg umgeleitet. Diese Abfahrt verlangte viel mehr Bremsen als sonst. Meine Felgen sind dann zu heiss geworden. Am Hinterrad war der Klebstoff am Schmelzen, das Collé drehte, und das Ventil wurde abgerissen. Und so kam es zum bösen Pfeifen der austretenden Luft. Wenn ich doch Ruhe bewahrte lag vielleicht daran, dass ich zu müde war. Nach Ersatz vom Collé bin ich weiter nach Meien hinunter gefahren. Ich habe die Nacht in einem kleinen, ganz einfachen Hotel verbracht.
| Distanz (km) | Höhe (m) | Steigung (m) | |
|---|---|---|---|
| Les Prés (Lignières) | 0 | 920 | |
| Le Landeron | 10 | 430 | |
| Ins | 19 | 480 | 50 |
| Kerzers | 27 | 430 | |
| Kriechenwil | 40 | 540 | 110 |
| Laupen | 42 | 490 | |
| Leueberg | 67 | 940 | 450 |
| Thun | 89 | 550 | |
| Brienz | 130 | 570 | 20 |
| Meiringen | 144 | 600 | 30 |
| Lammi | 146 | 710 | 110 |
| Innertkirchen | 149 | 620 | |
| Gadmen | 161 | 1200 | 580 |
| Sustenpass (Tunnel) | 177 | 2220 | 1020 |
| Meien | 190 | 1270 | |
| Total | 190 | 2370 |
Strecke 2 (20. August 1992): Meien - Furka - Nufenen - Ronco
Dieser Text ist noch nicht auf Deutsch übersetzt
Nach den Schwierigkeiten am Vortag am Susten machte ich mir etwas Sorge für diese zweite Etappe. Immerhin war der Anfang leicht: eine Abfahrt bis Wassen. Aber dann kam der Anstieg in die Schöllenen, den ich schon aus dem Vorjahr kannte. Diesmal musste ich in Andermatt rechts abbiegen, und dem Urserental in Richtung Realp folgen. Von dort aus führt die Strasse hinauf zum Furkapass. Ich stieg nicht schnell auf, da ich vor allem versuchte, meine Kräfte für den zweiten Pass, der für diesen Tag geplant war, zu sparen.
Ich kam durch den Weiler Tiefenbach, aber ich hatte keine Ahnung, was dort einige Jahre später passieren würde: ein schwerer SturzSturz. Aber der Aufstieg ist normalerweise weniger gefährlich und der Pass wurde ohne Probleme erreicht. Auf dem Abstieg machte ich einen kurzen Halt, um den Rhonegletscher zu bewundern. Das Hotel Belvédère ist der beliebteste Aussichtspunkt der Touristen. Da es ungefähr Mittag war, war der Verkehr ziemlich stark. Aus diesem Grund ist es immer besser, wenn möglich, einen Pass früh am Tag zu überqueren: Touristen in Autos oder %!&$#!+Wohnmobil sind meistens faul und machen sich nicht so früh auf den Weg.
Man kann auch die Grimselstrasse sehen, wenn man nach Gletsch hinunterfährt, dem Dorf, in dem die beiden Strasen zusammenkommen. Von dort aus führt die Strase noch weiter bergab, bevor sie einen flacheren Teil des Goms erreicht. Von Ulrichen aus führte mein Weg jedoch links hinauf in Richtung Nufenen (der von der anderen Seite aus Novena heisst, italienischsprachig). Am Dorfbrunnen mussten noch die Trinkflaschen aufgefüllt werden. Danach liess ich mir auch hier beim Aufstieg Zeit. An diesem Tag war auf der Strasse zum Nufenen etwas passiert. Ich weiss nicht, ob der Fahrer eines Lieferwagens zu viel von dem, was er geladen hatte, verwendet hatte, aber auf jeden Fall war er von der Strasse abgekommen und die Weide unterhalb hinabgestürzt. Ein Teil der Ladung war zerbrochen, aber nicht alles: Weinflaschen.
Der Pass ist der höchste, der sich vollständig in der Schweiz befindet (und eine asphaltierte Strasse hat). Ich kaufte meinen traditionellen Kleber, als ich dort ankam. Die Abfahrt war schön. Auf dem Weg hielt ich in Ronco im Bedrettotal an.
| Distanz (km) | Höhe (m) | Steigung (m) | |
|---|---|---|---|
| Meien | 0 | 1270 | |
| Wassen | 5 | 920 | |
| Andermatt | 16 | 1450 | 530 |
| Hospental | 19 | 1490 | 40 |
| Realp | 24 | 1540 | 50 |
| Furkapass | 37 | 2430 | 890 |
| Gletsch | 47 | 1760 | |
| Oberwald | 54 | 1370 | |
| Ulrichen | 58 | 1340 | |
| Nufenenpass | 72 | 2480 | 1140 |
| Ronco | 85 | 1490 | |
| Total | 85 | 2650 |
Strecke 3 (21. August 1992): Ronco - Gottardo - Sisikon + Weggis - Ehrendingen
Das erste Problem am dritten Tag war, das Frühstück zu bekommen. Das Hotelpersonal hatte offenbar Probleme beim Aufstehen...
Unterhalb von Ronco hat das Bedrettotal nicht mehr viel Steigung. Innerhalb kürzester Zeit war ich in Airolo. Hier befinden sich die Südportale der Gotthardtunnel, des Eisenbahntunnels und des Strassentunnels, wichtige Alpenübergänge. Airolo liegt auch am Fusse der Passstrasse. Es gibt eigentlich zwei Strassen, die zum Gotthard-Pass hinaufführen: die alte, gepflasterte Strasse und die neue Strasse, die im unteren Teil eine Autostrasse (für Fahrräder verboten) ist. Ich entschied mich, auch im oberen Teil auf der alten Strasse (der "Tremola") zu bleiben, wo die neue Strasse erlaubt wäre. Das Kopfsteinpflaster schüschüschüttelten recht, aber in den engen Serpentinen gab es keinen Verkehr. Für die Abfahrt hingegen würde ich diese alte Strasse nicht für ein Rennrad empfehlen.
Nach einer langen Abfahrt kam ich in die Ebene und dann zum Vierwaldstättersee. Doch in diesem Jahr war die Strasse entlang des Sees (die Axenstrasse) gesperrt. Grosse Felsmassen drohten sich nämlich zu lösen, und auf die Strasse zu stürzen. Auf der anderen Seite des Sees konnte ich ebenfalls nicht passieren, da es dort nur eine Autobahn in einem sehr langen Tunnel gibt. Also nahm ich das Schiff von Sisikon nach Weggis.
Als ich mich wieder in den Sattel schwang, fuhr ich in Richtung Norden. Der Rest der Etappe bestand vollständig aus Flachland. Es gab nur ein paar Hügel. Aber solche, die einen langsam auslaugen, ohne die Belohnung eines echten Berges oder Passes. Schliesslich kam ich in Unterehrendingen an (gute Ausspracheübung, wenn Sie Deutsch lernen). Dort wohnten Freunde von mir, Lucia und Jean-Luc, mit Sohn Raphael und Tochter Nicole. Ich freute mich, sie wiederzusehen.
Nachdem ich mich ein wenig frisch gemacht hatte, hörte ich die Nachrichten im Radio: Über der ganzen Region Luzern waren sehr schwere Gewitter ausgebrochen. Ich war nur knapp an ihnen vorbeigekommen. Zum Glück war ich früh genug dran!
| Distanz (km) | Höhe (m) | Steigung (m) | |
|---|---|---|---|
| Ronco | 0 | 1490 | |
| Airolo | 11 | 1140 | |
| San Gottardo | 25 | 2110 | 970 |
| Hospental | 34 | 1490 | |
| Andermatt | 37 | 1450 | |
| Wassen | 47 | 920 | |
| Amsteg | 59 | 520 | |
| Sisikon | 82 | 440 | |
| >>> Weggis | 82 | 430 | |
| Langizil | 85 | 510 | 80 |
| Küssnacht am Rigi | 89 | 440 | |
| Meierskappel | 95 | 500 | 60 |
| Rotkreuz | 98 | 430 | |
| Hünenberg | 102 | 460 | 30 |
| Maschwanden | 110 | 390 | |
| Oberlunkhofen | 121 | 440 | 50 |
| Bremgarten | 127 | 390 | |
| Künten | 132 | 430 | 40 |
| Ennetbaden | 144 | 370 | |
| Höhtal | 146 | 500 | 130 |
| Unterehrendingen | 148 | 440 | |
| Total | 148 | 1360 |
Strecke 4 (23. August 1992): Ehrendingen - Olten - Lignières
Über die letzte Etappe habe ich nicht viel zu erzählen. Es ging eigentlich darum, entlang des Jurasüdfusses zurückzufahren. Es war ein bisschen kühl und ich hatte ein bisschen Regen. Der letzte Teil war am interessantesten, sowohl wegen der Landschaft (Bielersee, Jura) als auch wegen des letzten Anstiegs der Tour, von Twann zum Plateau de Diesse. Das muss denjenigen, die Dürenmatts "Der Richter und sein Henker" gelesen haben, etwas sagen. Die Strasse ist jedoch nicht mehr die gleiche, die die Romanfigur genommen hat: Die heutige Strasse liegt auf der anderen Seite des Baches.
Die Tour 1992 endete mit der Rückkehr nach Lignières. Die Reise war zwar nicht lang, aber dennoch ziemlich anstrengend gewesen. Um das nächste Mal mehr Spass am Fahren zu haben, müsste ich vorher etwas besser trainieren!
| Distanz (km) | Höhe (m) | Steigung (m) | |
|---|---|---|---|
| Unterehrendingen | 0 | 440 | |
| Eichmatt | 3 | 510 | 70 |
| Turgi | 9 | 340 | |
| Windisch | 14 | 370 | 30 |
| Brugg | 15 | 350 | |
| Olten | 47 | 400 | 50 |
| Oberbuchsiten | 60 | 460 | 60 |
| Oensingen | 64 | 460 | |
| Attiswil | 74 | 470 | 10 |
| Solothurn | 82 | 430 | |
| Grenchen | 93 | 450 | 20 |
| Bienne | 107 | 430 | |
| Douanne | 115 | 430 | |
| Lamboing | 120 | 820 | 390 |
| Nods | 125 | 890 | 70 |
| Prés Ronds (Lignières) | 127 | 820 | |
| Les Prés (Lignières) | 130 | 920 | 100 |
| Total | 130 | 800 |
PS / 4.12.1996



